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Laborarbeit Projektmanagment
Aufgabe 1 - Kompetenzen des Projektleiters und Führung
a) Kompetenzen eines Projektleiters
Ein Projektleiter sollte über verschiedene Fähigkeiten verfügen, die in folgende Kompetenzfelder unterteilt werden können:
1. Fachliche Kompetenz
- Kenntnisse im Projektmanagement (z. B. Planung, Budgetierung, Risikomanagement, Reporting)
- Branchen- und produktspezifisches Wissen
- Methodenkompetenz (z. B. agile Methoden, klassische PM-Ansätze)
2. Soziale Kompetenz
- Kommunikationsfähigkeit (z. B. klar, offen und transparent kommunizieren)
- Teamfähigkeit (z. B. Förderung von Zusammenarbeit und Konfliktlösung)
- Empathie (z. B. Verständnis für die Perspektiven und Bedürfnisse des Teams)
3. Führungskompetenz
- Entscheidungsfähigkeit (z. B. unter Druck fundierte Entscheidungen treffen)
- Motivationsfähigkeit (z. B. das Team inspirieren und zu Höchstleistungen anspornen)
- Konfliktmanagement (z. B. Konflikte frühzeitig erkennen und konstruktiv lösen)
4. Methodische Kompetenz
- Zeitmanagement (z. B. Priorisierung von Aufgaben, Deadlines einhalten)
- Problemlösungskompetenz (z. B. analytisches Denken, kreative Lösungsansätze)
- Prozessoptimierung (z. B. kontinuierliche Verbesserung von Abläufen)
5. Persönliche Kompetenz
- Selbstreflexion (z. B. eigene Stärken und Schwächen kennen)
- Belastbarkeit (z. B. Stressresistenz, Umgang mit Unsicherheiten)
- Flexibilität (z. B. Anpassung an Veränderungen)
b) Führungsverhalten des Projektleiters
Das Führungsverhalten eines Projektleiters sollte situationsabhängig sein und verschiedene Aspekte berücksichtigen:
1. Situative Führung
- Anpassung des Führungsstils an die Teammitglieder und die Projektphase
- Unterstützender Stil bei neuen oder unerfahrenen Teammitgliedern
- Delegierender Stil bei erfahrenen und selbstständigen Mitarbeitern
2. Motivationsorientierte Führung
- Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen der Teammitglieder
- Klare Zielvorgaben, die das Team inspirieren und motivieren
- Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds
3. Kommunikative Führung
- Offene und transparente Kommunikation
- Regelmäßiges Feedback geben und entgegennehmen
- Förderung eines offenen Austauschs innerhalb des Teams
4. Kooperative Führung
- Einbeziehung des Teams in Entscheidungsprozesse
- Förderung der Eigenverantwortung der Teammitglieder
- Vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe
5. Konfliktmanagement
- Frühzeitiges Erkennen und Ansprechen von Spannungen
- Neutrales Moderieren von Konflikten
- Fokus auf gemeinsame Lösungen und Kompromisse
6. Visionäre Führung
- Klare Kommunikation der Projektvision und -ziele
- Ausrichtung des Teams auf ein gemeinsames Ziel
- Langfristige Perspektive vermitteln, die das Team motiviert
Aufgabe 2
https://refa.de/service/refa-lexikon/projektorganisationsformen
Lösung zu Aufgabe 2: Projektorganisation und Stakeholder-Analyse
a) Beteiligte Personen und Instanzen im Projekt
Für das Projekt „Erstellung Projektmanagement-Handbuch“ müssen verschiedene interne und externe Personen und Instanzen einbezogen werden, um eine unternehmensweit einheitliche Lösung zu gewährleisten.
Projektteam:
- Abteilungsleiter/-innen der jeweiligen Abteilungen
- Grund: Als Vertreter ihrer Abteilungen bringen sie Fachwissen, Anforderungen und Perspektiven ein.
- Abteilungen: Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb, Betriebsorganisation und Personal.
- Ziel: Sicherstellen, dass die Methoden und Formulare im Handbuch praktikabel und für alle Bereiche anwendbar sind.
- Projektmitarbeiter (2–3 Personen pro Abteilung)
- Grund: Diese Mitarbeiter arbeiten operativ und kennen die Abläufe und Herausforderungen. Sie liefern praxisnahe Inputs.
- IT-Spezialisten:
- Grund: Für die technische Implementierung von PM-Tools und die Anpassung bestehender Systeme.
- Projektmanagement-Experten (intern oder extern):
- Grund: Erfahrung im Projektmanagement und bei der Erstellung von standardisierten Handbüchern.
- Geschäftsleitung (Projektauftraggeber):
- Grund: Die Geschäftsleitung setzt die strategischen Ziele und entscheidet über die Genehmigung des Handbuchs.
Steuerungsinstanz:
Ein Lenkungsausschuss , bestehend aus den Abteilungsleitern und einem Mitglied der Geschäftsleitung, überwacht Fortschritt, Qualität und Zielerreichung.
b) Projektorganisationsform
Für dieses Vorhaben bietet sich die Matrix-Projektorganisation an.
Begründung:
- Vorteile:
- Die Ressourcen aus den Abteilungen (Mitarbeiter) werden optimal genutzt.
- Fachliche Expertise der Abteilungen kann in das Projekt eingebracht werden.
- Mitarbeiter bleiben in ihren Abteilungen eingebunden und können parallel an ihren regulären Aufgaben arbeiten.
- Fördert die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und Akzeptanz des Projekts.
- Nachteile:
- Konfliktpotenzial durch Mehrfachunterstellungen (Projektleiter und Abteilungsleiter).
- Höherer Abstimmungsaufwand zwischen Linien- und Projektorganisation.
Alternativen:
- Reine Projektorganisation:
- Vorteil: Klare Verantwortlichkeiten, vollständige Konzentration auf das Projekt.
- Nachteil: Hoher Personalbedarf, Abteilungen verlieren Kapazitäten.
- Stabs-Projektorganisation:
- Vorteil: Minimaler Eingriff in die Linienorganisation.
- Nachteil: Geringer Einfluss des Projektleiters, schwache Einbindung der Abteilungen.
c) Stakeholder-Analyse
| Stakeholder | Interesse am Projekt | Haltung | Einfluss |
|---|---|---|---|
| Geschäftsleitung | Effizientere Projektabwicklung, Kosten sparen | Unterstützend | Sehr hoch |
| Abteilungsleiter | Praktikable Lösungen für ihre Bereiche | Teilweise kritisch | Hoch |
| Projektmitarbeiter | Klare Prozesse, effiziente Arbeitsmittel | Unterstützend | Mittel |
| IT-Abteilung | Kompatibilität mit bestehenden Systemen | Unterstützend | Mittel |
| Externe Berater | Erfolgreiche Umsetzung des Projekts | Unterstützend | Mittel bis hoch |
| Kunden (indirekt) | Bessere Produktqualität und Abwicklung | Neutral | Gering |
d) Interne und externe Stakeholder
Interne Stakeholder:
- Geschäftsleitung:
- Haltung: Unterstützend, da sie den Nutzen des Projekts sieht.
- Einfluss: Hoch, da sie die Genehmigung erteilt und Ressourcen freigibt.
- Abteilungsleiter:
- Haltung: Möglicherweise kritisch, da sie befürchten, dass ihre Abteilungen überlastet werden.
- Einfluss: Hoch, da sie ihre Mitarbeiter bereitstellen.
- Mitarbeiter der Abteilungen:
- Haltung: Unterstützend, wenn die Veränderungen ihre Arbeit erleichtern.
- Einfluss: Mittel, da ihre Akzeptanz für die Umsetzung wichtig ist.
Externe Stakeholder:
- Berater:
- Haltung: Unterstützend, da sie für die professionelle Umsetzung verantwortlich sind.
- Einfluss: Mittel bis hoch, abhängig von ihrer Rolle.
- Kunden:
- Haltung: Neutral, solange sich die Änderungen positiv auf die Lieferzeiten oder Qualität auswirken.
- Einfluss: Gering.
e) Maßnahmen für Stakeholder
- Geschäftsleitung:
- Regelmäßige Berichte über den Projektfortschritt.
- Präsentation der Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne.
- Abteilungsleiter:
- Einbindung in den Lenkungsausschuss.
- Workshops zur Klärung der Anforderungen und Berücksichtigung ihrer Bedenken.
- Projektmitarbeiter:
- Schulungen zu neuen Prozessen und Tools.
- Feedback-Runden, um ihre Erfahrungen einzubeziehen.
- IT-Abteilung:
- Frühe Einbindung in die Auswahl der Software.
- Enge Abstimmung bei technischen Details.
- Externe Berater:
- Klare Vertragsbedingungen und regelmäßige Kommunikation.
- Bereitstellung notwendiger Informationen und Ressourcen.
- Kunden:
- Information über verbesserte Prozesse (z. B. kürzere Bearbeitungszeiten).
- Nutzung als Referenz für die Effizienzsteigerungen.